Morgen beginnt der Wahnsinn! (Eigentlich eher „Über das Schreiben“)

„If we don’t risk it all,
we may as well not write at all.“
– Anne Stuart

Morgen beginnt offiziell das Camp NaNoWriMo. Wie ihr sehen könnt, habe ich dafür oben in der Ecke einen kleinen Wordcounter eingerichtet. Ich werde versuchen ihn täglich zu aktualisieren. Ansonsten könnt ihr euch auch gerne immer mein Camp-Profil ansehen.

Zum Start habe ich mir überlegt etwas mehr zum Schreiben zu sagen. Ich habe mir schon immer gerne Geschichten ausgedacht, auch schon als kleines Kind und diese dann auch gerne erzählt. Oft wurde ich dann als Lügnerin hingestellt, weil ich nicht verstanden habe, was der Unterschied zwischen Geschichten erzählen und lügen ist. Die anderen Kinder haben mich dann zu oft ernst genommen und die Geschichten die ich erzählte geglaubt. Nach einiger Zeit habe ich die Geschichten dann eher für mich behalten, aber nie aufgeschrieben. Sie waren alle in meinem Kopf und haben sich dort weiterentwickelt. Teilweise habe ich tagelang über die gleich Geschichte nachgedacht und sie weiterentwickelt und mir überlegt wie es enden sollte, somit lag/saß/lief ich oft in Gedanken versunken und achtete überhaupt nicht auf meine Umwelt, konzentrierte mich vollkommen auf die Geschichte in meinem Kopf.
Manchmal überlegte ich mir Geschichten die mein Leben spannender machten, manchmal konnte ich nach einiger Zeit nicht mal mehr selber sagen ob es wirklich so geschehen ist oder ob ich die Story nur aufgepustet habe. Trotz allem war immer dieser Drang Geschichten zu entwickeln, Konflikte zu spinnen und diese irgendwie mit anderen zu teilen in mir. Zwischendurch fing ich immer mal wieder an Geschichten auf Papier zu schreiben, aber davon ist mir heute nichts mehr geblieben. Erst mit dem Zeitpunkt an dem ich wirklich Zugriff auf einen PC bekam, begann ich auch Geschichten länger festzuhalten. Ich gab mir große Mühe, aber war oft nicht zufrieden mit dem was ich da zusammenschrieb. Nach einiger Zeit schrieb ich nur noch Gedichte, die ich im Nachhinein nicht mal als solche bezeichnen würde. Dies setzte sich lange Zeit durch. Jedes Gefühl was zu stark war, packte ich in ein kurzes Gedicht und versuchte es darin zu verschließen. Dabei sind ein paar schöne Werke entstanden und ich freue mich immer noch darüber manche dieser Gedichte heute zu lesen. Bei anderen schlage ich zwar die Hände überm Kopf zusammen, aber so wird es jedem gehen.
Den großen Wendepunkt gab es bei mir in der 7. oder 8. Klasse. Ich lernte ein anderes kreatives Mädchen kennen, wir freundeten uns an und ich konnte mich immer mit ihr austauschen. Was sich bis zum heutigen Tag nicht geändert hat. Mit ihr zusammen entdeckte ich die Welt von Fanfiktions und legte zunächst meine ganze kreative Energie darauf. Lange Zeit war ich in verschiedenen Fanfiktion Foren aktiv und freute mich über all die Rückmeldungen die ich bekam. Ich lernte so viele tolle Menschen kennen, die ebenfalls schrieben und es war als wäre ich endlich irgendwo angekommen. Doch es reichte mir nicht, zu schon bestehenden Sachen Extra-Stories zu schreiben und so begann ich dann endlich meine eigenen Geschichten aus meinem Kopf zu holen. Nach und nach schrieb ich immer mehr auf, hatte viele Ideen und tauschte mich gerne aus. Ich habe angefangen mich bei vielen Wettbewerben zu beteiligen und so ziemlich jede meiner bisherigen Veröffentlichungen entstand um den Zeitraum 2008-2010. Dann gab es leider einen großen Knick in meinem Leben und ich hörte mit dem Schreiben auf.
Immer wieder versuchte ich kurze Sachen zu schreiben, aber es ging nichts mehr, alles was ich fabrizierte war schlecht oder einfach nur Müll. Nein, ich gehe nicht zu hart mit mir ins Gericht, selbst jetzt denke ich noch genauso darüber. Zwischendurch war immer mal wieder eine Perle dabei, die ich bis heute noch umsetzen möchte, aber der Großteil war Müll. Ich hatte das Gefühl ich hätte einen Teil von mir selbst verloren. Etwas so wichtiges wie das Schreiben einfach nicht mehr zu haben, nicht mehr zu können, hat mich aufgefressen. Das Schreiben war auch immer eine Art Ventil gewesen, aber ich schrieb gar nichts mehr. Weder Gedichte, Fanfiktion, noch etwas anderes. Ich begnügte mich damit nur noch zu lesen und fand mich damit ab, dass ich nie wieder wirklich schreiben würde. Ich gab das Schreiben auf. Zu viel passierte in meinem Umfeld, zu schnell veränderte sich alles und ich versuchte mich mit anderen kreativen Sachen abzulenken. Fotografieren, backen etc. Doch nichts brachte mir so viel wie das Schreiben.
Vor zwei Jahren begann ich dann mein FSJ in einer Kleinkindgruppe (0-3) und plötzlich fiel ein Schalter um. Immer wieder dachte ich mir Geschichten für die Kleinen aus, versuchte sie zu animieren, machte alles mit was auf mich zu kam, bis ich eines Abends an meinem PC saß und meinen Schreib-Ordner zum ersten Mal seit 3 Jahren wieder öffnete. Ich schaute durch alle Ordner und war von manchen Ideen wirklich sehr begeistert. Da musste ich mir selbst eingestehen, dass ich der Meinung bin doch ein gewisses Talent für das Schreiben von Geschichten zu haben. Nun habe ich mir eines dieser Projekte ausgesucht, welches ich nächsten Monat umsetzen werde. Nebenbei arbeite ich grad mit oben genannter Freundin an ein paar weiteren Projekten, einen Webcomic, Wettbewerbscomics und 2 weitere Ideen die aber noch etwas im Hintergrund stehen, zum einen eine Reihe Kinderbücher und zum anderen eine Grafiknovel. Auch wenn es jetzt nach viel klingt, ist es das nicht. Ich bin endlich wieder irgendwo angekommen und das erfüllt mich einfach von innen heraus wieder mit Freude.

“When I’m writing,
I know I’m doing the thing I was born to do.“
– Anne Sexton

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