[MM] Kampfszenen

Die meisten Autoren, die ich kenne, haben schon einmal oder wollen in der Zukunft eine Kampfszene schreiben. Oftmals wird diese Tatsache von einem doofen Gefühl begleitet: Dem „Ich-kann-das-nicht“. Dabei ist das gar nicht so schwer, zumindest nicht, wenn man weiß, was man tut oder zumindest im Ansatz weiß, wie man die gröbsten Fehler vermeidet.
Dazu möchte ich euch einen Beitrag von einer befreundeten Autorin vorstellen, die sich genau damit beschäftigt hat. Tanja Rast schreibt selbst immer wieder Kampfszenen und hat nun für die Allgemeinheit zusammengefasst, worauf man dabei achten sollte. Hier ein kleiner Ausschnitt aus ihrem Beitrag:

Ich beschreibe keine Kampfschritte aus einem Handbuch für französischen Degenkampf. Keine Terz, keine Finte. Ich beschreibe nicht, wie der Kämpfende seine Füße stellt, in welchem Winkel er das Schwert hält. Vor allem lasse ich ihn nicht mitten im Kampfgetümmel darüber nachdenken, ob er die Waffe jetzt genauso einsetzt/hält etc., wie Meister Gottdeskampfes ihm das mal vor zweiunddreißig Jahren auf einem Kasernenhof im strahlenden Maisonnenschein … Nein. Der Kämpfende denkt nicht weiter als bis zur Spitze seiner Waffe, die irgendwie in den Kerl ihm gegenüber rein muss, damit der endlich stirbt und mein Krieger die Chance hat, den Kampf zu überleben.

Aber: Details wie Blut, das Röcheln eines Sterbenden, eine Gestanksmischung aus Kot und Schweiß, Schmerzen, Überlastung, Atemnot, ein Knie, das einfach zu alt für einen solchen Kampf ist und dauernd nachgeben will, eine quackenasse Rüstung, Verheddern in Eingeweideschlingen, Hängenbleiben an einer Leiche, schlammiger Untergrund, blutroter Schnee, eine Dunstwolke von Blutnebel, Schweißdünsten und Atemluft über den Kämpfenden: JA!

Den restlichen, sehr guten Beitrag könnt ihr hier finden. Dort werden euch noch ein paar Techniken und Kniffe ans Herz gelegt, die ich sehr hilfreich finde. Viel Spaß beim Lesen und Stöbern.

Ich selbst habe nicht so die Probleme Kampfszenen zu schreiben, weil ich sie meist mehr auf emotionaler Ebene ablaufen lasse, wenn ich denn welche habe. Dadurch mache ich es mir zum einen natürlich recht einfach, zum anderen aber auch schwerer, weil der Leser dann in der Lage sein sollte, die Gefühle nachvollziehen zu können.
Ganz zu Beginn meines Schreibens habe ich mich oft sehr auf die Bewegungen konzentriert, jeden Schritt beschrieben, teils so umständlich, dass man gar nicht verstanden hat, welche Bewegung die Figur schlussendlich überhaupt gemacht hat.
Ich denke, dass man durchaus eine gute Mischung aus beiden hinbekommen kann und bin sehr gespannt auf meine nächste Kampfszene, bei der ich Tanjas Tipps gerne beherzigen werde.

Wie sieht es denn bei euch aus? Habt ihr schon einmal eine Kampfszene geschrieben oder habt es vor?

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