[Mixed Monday] How to Literaturausschreibungen

how to literaturausschreibungen
Was gibt es für Ausschreibungen?
Die Mehrzahl der Ausschreibungen bezieht sich auf Kurzgeschichten in jeglichen Genres. Hier bekommt man eine gewisse Zeichen-/Wortzahl und ein Thema vorgegeben, über das man eine Geschichte schreibt. Bei den Kurzgeschichten-Ausschreibungen gibt es hauptsächlich zwei verschiedene Gruppen: Anthologie-Ausschreibungen, hier wird deine Geschichte zusammen mit anderen in einem gemeinsamen Buch (Print oder eBook) erscheinen, oder Preisausschreiben, bei denen Gewinnergeschichten oft nur online veröffentlicht werden und der Autor Sachpreise gewinnen kann. Dazu kommen noch viele Lyrik-Ausschreibungen, bei denen oft eine Zeilenzahl statt einer Wortzahl vorgegeben ist. Ab und an gibt es auch immer mal wieder (Kurz-)Roman-Ausschreibungen, an denen man mit einem längeren Werk teilnehmen kann.
Welcher Wettbewerb für euch der Passende ist, müsst ihr selbst entscheiden oder einfach ausprobieren.

Wo findet man überhaupt welche?
Unter anderem findet man Bekanntmachungen zu Ausschreibungen im Tempest-Newsletter, aber auch der Ushtrin-Newsletter für Preise und Stipendien ist bei der Suche hilfreich.
Außerdem gibt es verschiedene Seiten, auf denen man sich umschauen kann, um nach Wettbewerben zu suchen. Beliebt sind dabei durchaus auch Foren, wie z. B. der Tintenzirkel, das Schreibnacht-Forum oder die Schreibwerkstatt.

Wenn man nicht in einem Forum schauen möchte oder dort nicht fündig wird, gibt es Seiten für Auflistungen von Literaturwettbewerben. Folgende Seiten nutze ich persönlich gerne:
– die Seite der Autorenwelt
– Liste von Schreib-Lust

Es gibt natürlich auch noch weitere Seiten, aber mit den oben genannten, bekommt man schon eine gute Übersicht.

Worauf sollte man bei Ausschreibungen achten?
Jeder hat seine eigenen Maßstäbe für Ausschreibungen, manche machen nur mit, wenn es ein Honorar gibt, andere interessiert das nicht. Viele kümmert es auch nicht, was für ein Verlag dort überhaupt ausschreibt, andere achten penibel darauf. Da ich nicht für alle sprechen kann, liste ich vor allem die Dinge auf, die ich mir bei Ausschreibungen genau ansehe, bevor ich mich entscheide mitzumachen.

1. Verlag
Ich achte darauf, welcher Verlag ausschreibt. Stellt sich heraus, dass es ein DKZV ist, wird die Ausschreibung ausgelassen, egal, wie toll das Thema ist.

2. Teilnahmegebühr
Gibt es eine Teilnahmegebühr, bin ich draußen. Ich nehme an Ausschreibungen zum Spaß teil, weil mich Ideen anspringen, und finde es meistens ein bisschen zwielichtig, wenn sich der Wettbewerb durch die Teilnehmer finanzieren lässt.

3. Belegexemplar
Mittlerweile nehme ich auch nur noch an Wettbewerben teil, die ein Belegexemplar bieten (ausgeschlossen dabei sind große Preise oder Wettbewerbe, bei denen die Geschichte nicht in Print/eBook erscheinen). Außerdem gehe ich mittlerweile einfach nach dem Prinzip, dass man für seine Arbeit auch belohnt werden sollte und da sehe ich ein Belegexemplar als das Mindeste an.

4. Homepage & Covergestaltung des Verlages
Sagt mir die Gestaltung zu? Könnte ich mir vorstellen, in diesem Verlag zu veröffentlichen? Finde ich die Cover ansprechend? Dies ist recht subjektiv, aber ich habe in den letzten Monaten gemerkt, dass ich an vielen Wettbewerben, bei denen mir die Gestaltung der HP oder der Cover nicht zusagt, ungern teilnehme.

5. Erfahrungen von Anderen
Gerade wenn ich Wettbewerbe in Foren finde, lese ich mir die Erfahrungen vergangener Teilnehmer durch. Gab es ein Lektorat/Korrektorat? War der Vertrag in Ordnung? Lief alles gut? Wurden Probleme zeitnah beseitigt?
Danach mache ich mir dann mein eigenes Bild. Will ich mich auf den eventuellen Stress einlassen? Hoffe ich, dass es dieses Jahr besser läuft?

6. Vertrag & Teilnahmebedingungen
Gibt es einen Vertrag? Bin ich mit den Teilnahmebedingungen einverstanden? Lest diese immer ganz genau, damit ihr wisst, worauf ihr euch bei einem Wettbewerb einlasst. Wenn ihr einen Satz nicht genau versteht, fragt nach oder googelt, ob jemand anderes schon dieselbe Frage hatte.

Was ist das Besondere an Ausschreibungen? & Wieso sollte man diese als Autor überhaupt ins Visier nehmen?
Durch Ausschreibungen kann man lernen, auf Deadline zu einem bestimmten Thema zu arbeiten. Man lernt, sich in bestimmten Vorgaben zu bewegen, dabei aber immer noch seine eigene Geschichte zu erzählen. Oftmals klingen die Themen und Vorgaben erschreckend beengend für Ausschreibungs-Neulinge, aber sobald man ein paar Mal geübt hat, fällt es einem immer leichter. Man lernt Wortzahlen abzuschätzen, prägnanter und konkreter zu schreiben, weil man eben nicht so viel Platz hat, wie bei einem Roman oder wenn man keine Begrenzungen hat. Man verbessert sich in seiner Schreibe und bekommt die Chance auf eine (seriöse) Veröffentlichung.
Durch die Veröffentlichung hat man dann etwas Vorzeigbares, etwas, das man auf seine „Liste der Veröffentlichungen“ schreiben kann. In manchen Fällen kommt es sogar dazu, dass man erneut von dem entsprechenden Verleger/Herausgeber angeschrieben und um mehr gebeten wird. Womöglich bekommt man sogar die Chance für eine besondere Kurzgeschichtensammlung vorgemerkt zu werden. Man kann sich dadurch einen Namen machen beziehungsweise zeigen, dass andere die eigene Schreibe schon gewürdigt haben.
Außerdem schreiben manche Kleinverlage bei Ausschreibungen immer noch begründete Absagen. So erfährt man, ob man z.B. grobe stilistische Fehler macht oder, ob es vielleicht gar nicht an der eigenen Geschichte gelegen hat. Eine Absage hat nicht zwingend etwas mit eurer Geschichte zu tun. Es kann genauso gut daran liegen, dass die anderen schon ausgewählten Geschichten eine andere Gesamtstimmung transportieren und eure Geschichte dort nicht ins Bild passt. Genauso kann sie zwar gut sein, aber andere waren eben noch besser. Eine Absage bei einer Ausschreibung hat also nicht zwingend etwas mit eurem Können zu tun. Auch merkt sich der Verleger nicht jede Person, die er abgelehnt habt, also habt keine Scheu ruhig an einem weiteren Wettbewerb des selben Verlages teilzunehmen, nur weil ihr beim anderen abgelehnt wurdet 🙂

Wie soll man sich für einen Wettbewerb entscheiden?
Meine Vorgehensweise dabei ist: Ich gucke mir ca. einmal im Monat meine Wettbewerbsliste an, lese mir noch mal die Ausschreibungstexte durch und schaue, ob ich direkt Ideen für den Wettbewerb habe. Die Wettbewerbe, für die sofort Ideen da sind, rutschen bei mir ganz nach oben, denn dafür muss ich nicht mehr extra Brainstormen.
Wenn ich dann noch Wettbewerbe finde, bei denen ich das Thema interessant oder mir der Verlag sympathisch ist, ich aber noch keine direkte Idee habe, merke ich sie mir vor. Durch das wöchentliche Promptschreiben mit meiner Schreibgruppe kann es durch Zufall immer passieren, dass ich durch einen Prompt die Richtung für eine Ausschreibung bekomme (so z. B. gestern, als ich angefangen habe, meine Rohfassung für den Fantasy Noir Wettbewerb zu schreiben).
Außerdem habe ich noch meine lange Ideenliste, auf die ich zur Not noch gucken könnte 🙂
Wettbewerbe, bei denen ich weder eine Idee habe, noch das Thema direkt ansprechend finde oder andere Kriterien von oben nicht erfüllt werden, rutschen ganz unten auf die Liste.
Bei allen Wettbewerben halte ich mir immer genau die Vorgaben vor Augen, da man darauf wirklich acht geben sollte. Wenn man eine Fantasy-Geschichte an einen Wettbewerb schickt, der spezifisch keine Fantasy haben möchte, ist es klar, dass man seine Chancen da genommen zu werden dezimiert.

Das waren nun meine Gründe und meine Vorgehensweise für Literaturausschreibungen. Mich würde interessieren, wie ihr das macht. Worauf legt ihr wert? Wie geht ihr vor? Gerne auch in einem eigenen Beitrag auf eurem Blog, den ich hier verlinken würde 🙂

Christinas Vorgehensweise

3 Kommentare

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.