Wenn es mal nicht so läuft …

Ich möchte euch heute einen etwas anderen Eintrag präsentieren. Normalerweise werden solche Tage bei vielen unter den Tisch gekehrt, ich selbst erwische mich auch immer wieder dabei, aber nicht jeder Tag ist ein guter Tag und vielleicht hilft es jemanden, dies zu lesen.

Gestern habe ich viel prokrastiniert. Ich saß seit 13 Uhr am PC und hatte es nicht geschafft ein Wort zu Papier zu bringen, zumindest nicht bis 18 Uhr. Vorgestern ging es mir ähnlich, doch da habe ich es dann irgendwann doch noch geschafft. Den ganzen Abend habe ich mich geweigert „Write or Die“ zu öffnen und dieses Tool zu nutzen. In meinem Kopf war so eine kleine Stimme, die mir immer wieder gesagt hat: „Du brauchst das nicht mehr, du kannst das jetzt alleine.“
Ich habe das geglaubt. Doch gestern ging es nicht mehr anders. Ich hab mich abgelenkt und immer wieder etwas anderes gemacht. Ab und zu mal meine Mails gecheckt oder bin einfach wahllos durch die Wohnung gelaufen. Ich habe alles getan, weil ich mich nicht aufraffen konnte zu schreiben.
Wer mich kennt, weiß, dass mich dieses Verhalten bei mir selbst aufregt, weil ich weiß, dass ich schreiben kann, egal, welche Laune ich habe, egal, ob ich Lust habe oder nicht. Und dann kommen die Tage, an denen mir das Aufraffen schwer fällt.

Früher habe ich dann immer „Write or Die“ angeworfen und eben zumindest 15 Minuten geschrieben. Irgendwann brauchte ich das Programm nicht mehr, weil ich es alleine gemacht habe. Gestern habe ich es wieder genutzt. Ich habe es wie üblich auf 15 Minuten gestellt, habe das Wortziel sogar etwas herunter gesetzt, weil ich in letzter Zeit etwas langsamer geworden bin.
Was kam dabei raus? Ich habe meine normale Schreibgeschwindigkeit gehabt, habe die vollen 15 Minuten durch geschrieben und etwas recht Ansehnliches als Belohnung bekommen.
Doch was ich dafür an Zeit verschwendet habe, nur weil ich dachte, ich müsste es ohne können, will ich mir lieber nicht zu genau ansehen.

Was ich damit sagen will? Es ist nicht schlimm auf altbewährte Methoden zurückzugreifen. Manchmal ist es ein Tool, was dir zum Schreiben hilft, manchmal ein besonderer Trick, mit dem man früher geplant hat. Es ist kein Rückschritt „alte“ Methoden anzuwenden, sondern eher ein Fortschritt: Man tut das, was einen voran bringt. Man trickst sich selbst ein wenig aus und zeigt sich, dass man eben doch kann.

Nur weil man sich weiter entwickelt hat, heißt es nicht, dass alle Mittel, die man hinter sich gelassen hat, schlecht sind. Manche kann man durchaus immer wieder verwenden, wenn es einem dabei hilft voran zu kommen und sein Ziel zu erreichen.

Traut euch zu tun, was euch schon einmal geholfen hat. Vielleicht kann es erneut einen Fortschritt bringen. Vielleicht kann es euch die Augen öffnen. Es ist keine Schande manchmal „zurück zu fallen“.

Habt ihr manchmal ähnliche Probleme? Wie löst ihr diese?

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